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Kampf-Regeln

Unsere Gruppe betreibt Viking Reenectment Combat Fighting, das heißt Freikampf mit Blankwaffen oder mittelalterliches Fechten. Sicherheit ist dabei die oberste Maxime und es gibt feste Regeln und Vorschriften. Wir orientieren uns dabei am Codex Belli und am Eastern Style und an den individuellen Vorschriften der Sportevents und der historischen Märkte, die wir besuchen.

Waffen und Ausrüstung

Unser Sportgerät sind stumpfe Blankwaffen: Schwert, Sax, Einhand-Axt, Zweihand-Axt (Dane), Einhand-Speer, Zweihand-Speer und Sense. Unter Umständen wird auch mit Bögen und passenden Pompfen-Pfeilen gekämpft. Die Waffen müssen gepflegt und kampfbedingte Scharten herausgefeilt werden.

Alle Blankwaffen haben mindestens 2 mm Kantenstärke und dürfen nicht zu spitz sein: Spitze der Waffe minimale Rundung 2ct Stück.
2-Hand-Speer: Maximallänge 3,00 m oder 2,50 m
1-Hand-Speer: Maximallänge 2,00 m oder 1,80 m.
Schildrand: Es dürfen keine Nägel und Rohhautüberlappungen hervorstehen.
Schildbuckelmetalldicke: min. 2 mm Stärke.
Helm: Materialstärke min. 1,2 mm.

Allgemeine Kampfregeln

Kämpfe NIE ohne Handschuh!
Kämpfe NIE im Dunkeln oder bei schlechter Sicht! Kämpfe NIE unter Droogeneinfluss!
Bei unsicheren Bodenverhältnissen dürfen keine Schlachten stattfinden z.B. zu schlammig, zu rutschig.
Verboten sind Schilde und Rüstungen mit Dornen oder scharfen Kanten.
Es dürfen während eines Kampfes keine scharfen Waffen getragen oder benutzt werden!
Der Einsatz von gefährlichen Gegenständen ( Fußangeln,..) ist nicht erlaubt.
Körpereinsatz zum direkten Angriff (Tritte, Faustschläge,…) ist nicht erlaubt.
Empfangene Treffer werden fair akzeptiert. Das eigene Ausscheiden (Tod) wird deutlich angezeigt und entsprechende Verhaltensweisen angenommen. Wird in einem Schaukampf der Tod durch hinlegen dargestellt, schützt man sich unter einem Schild.
Im Kampf wird sich nicht gebückt, um zum Beispiel Waffen aufzuheben.
Kämpfe nur so weit, wie du deine Waffe beherrscht!
Wenn die Konzentration nachlässt oder die Kräfte, soll man aufhören.
Ein Kopftreffer ist ein „Headshot“ und wird so vom Getroffenen angesagt. Daraufhin scheidet der Angreifer ohne Diskussion aus und reflektiert über den Fehler.
Wer jemanden verletzt hat, muss sich um den Verletzten kümmern oder entsprechende Versorgung veranlassen.
Auf „Tote“ am Boden wird größte Rücksicht genommen. Sie werden seitlich umgangen und niemand wird von einem Angreifer rückwärts in sie hineingetrieben, dafür ist Kommunikation wichtig.
Wer sich mit seiner Axt an Körper oder Rüstung verhakt, muss loslassen! Waffenziehen ist unsportlich.
Zweihandwaffen töten nur zweihändig geführt.
Angriffe auf Fernkämpfer, die den Mindestrüstungschutz nicht tragen, sind nur Anzudeuten.
Nichtkämpfer werden nicht bekämpft.

Dies ist ein Gentleman-Sport, also versucht alle Treffer mitzubekommen und zu akzeptieren.
Besser einen guten Treffer bekommen als einen unsauberen oder unsicheren zu setzen.
Es braucht Jahre, um einen guten Ruf aufzubauen, und nur einen Kampf um ihn zu verlieren.
Trotz aller Vorsicht lassen sich blaue Flecken und Kratzer bei diesem Sport nicht vermeiden.
Am Wichtigsten ist es „Save“ zu sein, den „Gegner“ nicht zu gefährden, denn der ganze Sport basiert auf Vertrauen.
Bevor man das erste Mal auf einem Markt oder in einem Wettkampf kämpft, muss man in unserem Training als „safe“ eingestuft werden.

Die Trefferzonen

Die Trefferzonen variieren auf verschiedenen Märkten in verschiedenen Ländern. In unserem Training gilt:

2-Hand-Speere und Einhandspeere: Nur Stiche auf den Torso ohne Hals, Kopf, Arme und Beine. Geschlechtsteile gelten zur Trefferzone. Von Hinten möglichst nur das Gesäß treffen, um Treffer am Rückgrat zu vermeiden. Für jeden gültigen Treffer muss neu ausgeholt werden.

Danaxt, Schwert, Axt, Sax: Stiche, Schnitte und Hiebe auf den Torso und Oberschenkel ohne Kopf, Hals und Arme. Nur Metall zählt. Für jeden gültigen Treffer muss neu ausgeholt werden. Auch hier werden Treffer auf das Rückgrat vermieden.

Distanzwaffen (Bögen/Armbrust/Wurfspeere/Schleuder/Steine): Torso und Beine unterhalb der Brustwarzen bis zu den Füßen. Von hinten bitte auf Gesäß/Beine werfen/schießen. Nicht auf den Rücken schießen/werfen. Unter 5m Abstand darf Bogen/Armbrust/Wurfgeschoss nicht benutzt werden und der Schütze scheidet aus, sofern er keine Zweitwaffe hat.

Märkte und Publikum

Hier wird nach dem marktinternen Systemen gekämpft, über die wir uns vorab informieren und die wir auch einüben. Unter Umständen umfasst die Schlacht auch ein Showprogramm, an dem wir uns beteiligen. Das Setzen von spektakulären Showkills wird vorher im Training geübt. Bei öffentlichen Kämpfen gilt es besonders, jeden legitimen Treffer ohne Diskussion anzunehmen. Sollte es eine Verletzung geben, wird der Verletzte vom Publikum abgeschirmt und eine entsprechende Versorgung, ggf. durch Sanitäter vor Ort, sichergestellt. Der Kampf geht drumherum weiter.

Der Umgang mit dem Publikum ist selbstverständlich zuvorkommend, wir möchten ihm Wissen über das Leben im skandinavischen Frühmittelalter möglichst authentisch vermitteln. Auch für Besucher gilt, dass Waffen nicht unter Drogeneinfluss geführt werden dürfen. Kindern wird Ausrüstung nur mit Zustimmung ihrer Erziehungsberechtigten in die Hand gegeben.