Glasperlen

Wie bastel’ ich mir eine Glasperle und was braucht man dafür?

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1.    BRENNER

Natürlich braucht man was zum erhitzen des Glases. Da kann man getrost den guten Baumarkt Gaskartuschenbrenner verwenden. Mit ihm kann man die ersten Perlen drehen…allerdings werden diese nicht allzu riesig ausfallen, da der Brenner etwas schwach auf der Brust ist und man für größere Perlen einfach mal einen stärkeren Brenner benötigt. Zudem sollte man noch drauf achten, dass das Glas einen hohen AK-Wert besitzt. Je größer der AK desto niedriger die aufzubringende Schmelztemperatur. Beim benutzen eines Brenners im Zimmer immer die Fenster offen halten um einen Sauerstoffmangel zu verhindern.

2.    GLASSTÄBE

Die Glasstäbe sollten am besten einen AK (Ausdehnungskoeffizient) von  104 haben. Ich habe gute Erfahrungen mit Effetre gesammelt aber diese Auswahl überlasse ich jedem selbst. Das Internet bietet da eine hohe Auswahl verschiedener Firmen. Die Dinger kann man, soweit ich weiß, auch selbst herstellen…um wirklich authentisches Glas herzustellen ,aber das ist mir zu aufwendig und zudem habe ich noch nicht wirklich viel Ahnung davon.
Wichtig zum AK ist noch, dass Gläser mit unterschiedlichen AKs nicht zusammen in einer Perle vorkommen sollten, da diese dann schnell platzt.

Hier mal die Firmen mit den AK ihrer Glasstäbe:

-Moretti AK 104
-Lauscha AK 100-102
-Ornela Bohemia AK 104-110
-Ornela Perl AK 100-105
-Satale Sodaglas 113
-Satake Bleiglas AK 120
-Bullseye AK 90-92
-Boro/Borosilicatglas AK 32

3.    DORNE (PERLENDREHSTÄBE)

Dorne sind die Stäbe auf die das flüssige Glas aufgewickelt wird. So entsteht beim entfernen des Dorns nach dem Abkühlen das Loch in der Perle durch das man das Band zum umhängen ziehen kann. Daher sollte man vor dem eigentlichen Drehen der Perle wissen, welche Fädellochgröße gebraucht wird um den Dorn mit dem passenden
Durchmesser auswählen zu können.
Ein Dorn kann aus einer Radspeiche gebaut werden. Wichtig ist dabei, dass es sich um Edelstahl handelt und nicht um verzinkte sonst lösen sich gesundheitsgefährdende Dämpfe beim erhitzen des Stabes.
Man sollte außerdem darauf achten, dass die Dorne entgratet sind, damit man die fertige Perle anschließend auch noch gut vom Stab runter bekommt ohne sie zu zerstören.
Es gibt auch noch eine Menge Spezialdorne auf die ich hier aber nicht weiter eingehe.
Für die ersten Schritte sollte ein 6er Satz Dorne einer nicht allzu riesigen Größe ausreichen.

Perlendrehstäbe (Dorne). Diese sollten je nach gewünschter Fädellochgröße der Perlen gewählt werden.

4.    TRENNMITTEL

In das Trockenmittel wird der Dorn getaucht, um später die aufgewickelte Perle nach dem abkühlen auch wieder vom Dorn runter zu bekommen.
Im Trennmittel sind bestimmte tonartige Stoffe enthalten. Diese sind im zäh-flüssigen Zustand (mit destilliertem mit Wasser angerührt)  in der Lage den Dorn gut zu umschließen. Wenn sie ausgehärtet sind kann man darauf das heiße Glas aufbringen, die Perle drehen und sie dann nach dem abkühlen durch vorsichtiges abbröseln und drehen der Perle wieder vom Dorn lösen.

5.    KÜHLGRANULAT

Da kommt der Dorn mit der Perle rein, wenn man fertig mit dem Drehen ist.
Kühlgranulat hat gute wärmeisolierende Eigenschaften und verhindert so, dass die Perle zu schnell abkühlt und dann platzt.
Die Abkühlkurve sollte länger sein als bei Luftabkühlung.
Bei dem Granulat handelt es sich um Vermiculit. Das muss man auch nicht teuer vom Hobbybedarf erstehen, sondern kann es auch einfach in einer gut sortierten Zoohandlung kaufen, da es dort zum warm halten von Schlangeneiern verkauft wird.
Allerdings sollte man schon darauf achten, dass es sich um feinkörniges Granulat handelt.
Das Granulat sollte, bevor die Perle zum abkühlen reinkommt, schon vorgewärmt werden. Das geht mit einem alten Topf auf einer Herdplatte sehr gut. Ich schalte die immer gleich ein, bevor ich überhaupt meinen Brenner anschmeiße.

6.    SCHUTZBRILLE

Es ist ein weit verbreitetes Gerücht, dass die Arbeit am Eingasbrenner nicht schädlich für die Augen sei. Zu dem warne ich hier auch vorm benutzen einer Sonnenbrille, da diese den Schaden an der Netzhaut  nur vergrößern würde. Dadurch werden die Pupillen weit gestellt, da so eine Sonnenbrille nun mal abdunkelt. Leider schirmt sie nicht die schädlichen Lichtstrahlen ab. Diese haben es dann umso leichter durch die vorgeweiteten Pupillen einzudringen und die Netzhaut unwiederbringlich zu schädigen. Die Schutzbrille ist für Eingasbrenner eine AV 2000 ACE Filter- und Schutzbrille. Sie schützt auch vor umher fliegenden Glassplittern und bewirkt einen besseren Blick auf die Perle.
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7.    FEUERFESTE UNTERLAGE

Das kann auch ein altes Backblech sein. Es geht nur darum nicht seine halbe Wohnung abzufackeln.

8.     WERKZEUG

Da man am Anfang von den ganzen Anschaffungen erstmal ziemlich finanziell geschlaucht ist, kann man sich vorerst mit Werkzeug zufrieden geben, das sich im Haushalt finden lässt.:
– Eine Pinzette zum Verformen des heißen Glases.
– Ein Becher Wasser zum abkühlen damit die Pinzette nicht irgendwann am Glas
hängen bleibt.
– Ein in Form geschnitzter Bleistift, denn an Graphit haftet Glas schwerer als an Metall
daher ist er gut für Verziehungen von 2 Glasfarben ineinander geeignet
-ein altes Messer zum walzenförmigen ausrollen der Perle oder einen Graphitspatel

DAS DREHEN EINER PERLE

So wenn man nun den ganzen Kram zusammen hat, kann man endlich anfangen.
Fenster auf! Brenner an! Los geht’s!

Der Dorn mit (vorher oder währen dessen) angetrocknetem Trennmittel in die Flamme gehalten um ihn zu erhitzen. Dabei wird er ab und zu mal gedreht um ihn überall gleich schön zu erhitzen.
Gleichzeitig wird der Glasstab in der weiter entfernten Flamme vorgewärmt und langsam zu der stärker blau leuchtenden näher gelegenen Flamme  geführt. Wenn das Ende des Stabes zu glühen anfängt und sich leicht verformt kann es vorsichtig auf den schon vorerhitzten Dorn aufgewickelt werden.
Falls das Glas noch nicht haften sollte ist entweder der Dorn oder das Glas noch zu kühl. In beiden Fällen einfach noch ein bisschen in der Flamme erhitzen und erneut versuchen.
Haftet das Glas am Dorn wird der Dorn langsam gedreht. Das Glas bleibt dabei weiter in der Flamme und müsste sich leicht um den Dorn wickeln lassen-ähnlich  wie Honig um einen Löffel.
Das macht man solange, bis man die gewünschte Größe der zukünftigen Perle erreicht. Durch leichten Zug am Glasstab wird dieser immer dünner und man kann ihn von dem Perlenrohling entfernen. Am besten legt man den noch heißen Stab zu abkühlen auf eine Feuerfeste Unterlage und so weit weg, dass man sich nicht aus Versehen daran die Finger verbrennen kann.
Nun ist ein gleichmäßiges Drehen der Perle nötig um sie in die richtige Form zu bringen.
Als Merkregel gilt: Das Glas folgt der Schwerkraft und der Flamme. Also kann man einfach unrunde Stellen mit der Flamme von unten bearbeiten und das Glas wir dorthin wandern.
Natürlich kann man die Perle auch noch verzieren. Dazu kann man zum Beispiel kleine Punkte aus anderem farbigen Glas aufsetzen oder Linien ziehen. Diese kann man später auch noch mit der Bleistift oder, wenn man hat, einem Verziehhaken verziehen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Bilderstory step by step

anwärmen
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anfangen zu wickelnIMG_8701

es wird
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weiter wickeln für dickere PerlenIMG_8703

walzenförmig ausrollen
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plattgewalzt
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Pünktchen in einer anderen Glasfarbe auftupfen
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und glattschmelzen
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Bleistift nehmen
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Grübchen reinpiksen
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noch eine Schicht durchsichtiges Glas als Überfang auftragen ( Dadurch werden aus den Grübchen Lufteinschlüsse)
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schön mittig
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rund schmelzen
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fertige Perlen
fertig

Hier gibts auch noch interessante Links zum Thema:
—->  Perlen-Wiki

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