Archiv des Autors: Ivonne

Glasperlen

In vielen frühmittelalterlichen Gräbern wurden Perlen aus buntem Glas und anderen Materialien wie Bergkristall, Bernstein oder Karneol gefunden. Glasperlen kommen in den verschiedensten Größen, Formen, Farben und mit bunten Mustern versehen vor.

Wie stelle ich selbst eine Glasperle her und was brauche ich dafür?

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1.    BRENNER

Zunächst benötigt man einen Gasbrenner zum Erhitzen des Glases. Da kann man getrost einen Gaskartuschenbrenner aus dem Baumarkt verwenden. Mit ihm kann man die ersten Perlen drehen, allerdings werden diese nicht allzu riesig ausfallen, da der Brenner etwas schwach ist und man für größere Perlen einfach einen stärkeren Brenner benötigt. Zudem sollte man darauf achten, dass das Glas einen hohen Ausdehnungskoeffizienten besitzt. Je größer der AK, desto niedriger die aufzubringende Schmelztemperatur. Beim Nutzen eines Brenners im Zimmer sollten immer die Fenster offen gehalten werden, um einen Sauerstoffmangel zu verhindern.

2.    GLASSTÄBE

Die Glasstäbe sollten am besten einen AK von 104 haben. Ich habe gute Erfahrungen mit Effetre gesammelt. Das Internet bietet da eine hohe Auswahl verschiedener Firmen. Die Stäbe kann man auch selbst herstellen, um wirklich authentisches Glas herzustellen, aber das ist ein entschiedener Mehraufwand.
Wichtig zu wissen ist noch, dass Gläser mit unterschiedlichen AKs nicht zusammen in einer Perle vorkommen sollten, da diese dann schnell platzt.

Hier eine Liste von Firmen mit den AK ihrer Glasstäbe:

-Moretti AK 104
-Lauscha AK 100-102
-Ornela Bohemia AK 104-110
-Ornela Perl AK 100-105
-Satale Sodaglas 113
-Satake Bleiglas AK 120
-Bullseye AK 90-92
-Boro/Borosilicatglas AK 32

3.    DORNE (PERLENDREHSTÄBE)

Perlendorne sind die Stäbe, auf die das flüssige Glas aufgewickelt wird. So entsteht beim Entfernen des Dorns nach dem Abkühlen das Loch in der Perle, durch das man später ein Band ziehen kann. Daher sollte man vor dem eigentlichen Drehen der Perle wissen, welche Fädellochgröße gebraucht wird, um den Dorn mit dem passenden
Durchmesser auswählen zu können.
Ein Dorn kann auch aus einer Radspeiche gebaut werden. Wichtig ist dabei, dass es sich um Edelstahl handelt und nicht um verzinkte, sonst lösen sich gesundheitsgefährdende Dämpfe beim Erhitzen des Stabes. Man sollte außerdem darauf achten, dass die Dorne entgratet sind, damit man die fertige Perle anschließend auch noch gut vom Stab runter bekommt, ohne sie zu zerstören.
Natürlich können diese Dorne (eng. mandrels) auch im Glasperlenbedarf gekauft werden. Es gibt auch noch eine Menge Spezialdorne in verschiedenen Formen, auf die ich hier aber nicht weiter eingehe. Für die ersten Schritte sollte ein 6er Satz Dorne mit ca. 1,5 mm Durchmesser ausreichen.

4.    TRENNMITTEL

Vor dem Perlendrehen wird der Dorn in ein flüssiges Trennmittel getaucht, um später die aufgewickelte Perle nach dem Abkühlen auch wieder vom Dorn runter zu bekommen.
Im Trennmittel sind bestimmte tonartige Stoffe enthalten. Diese sind im zäh-flüssigen Zustand (mit destilliertem mit Wasser angerührt)  in der Lage den Dorn gut zu umschließen. Wenn sie ausgehärtet sind, werden sie in der Flamme glühend erhitzt. Dann kann man darauf das heiße Glas aufbringen, die Perle drehen und sie nach dem Abkühlen durch vorsichtiges Abbröseln und Drehen der Perle wieder vom Dorn lösen.

5.    KÜHLGRANULAT

Wenn man fertig mit dem Drehen ist, sollten die Perlen langsam im Kühlgranulat abkühlen. Kühlgranulat hat gute wärmeisolierende Eigenschaften und verhindert so, dass die Perle zu schnell abkühlt und dann platzt.
Die Abkühlkurve sollte länger sein als bei Luftabkühlung.
Bei dem Granulat handelt es sich um Vermiculit. Das muss man auch nicht teuer vom Hobbybedarf erstehen, sondern kann es auch einfach in einer gut sortierten Zoohandlung kaufen, da es dort zum Warmhalten von Schlangeneiern verkauft wird.
Allerdings sollte man darauf achten, dass es sich um feinkörniges Granulat handelt.
Das Granulat sollte, bevor die Perle zum Abkühlen reinkommt, schon vorgewärmt werden. Das geht mit einem alten Topf auf einer Herdplatte sehr gut. Ich schalte die immer gleich ein, bevor ich überhaupt meinen Brenner anschmeiße.

6.    SCHUTZBRILLE

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Es ist ein weit verbreitetes Gerücht, dass die Arbeit am Eingasbrenner nicht schädlich für die Augen sei. Zu dem warne ich hier auch vorm Benutzen einer Sonnenbrille, da diese den Schaden an der Netzhaut nur vergrößern würde. Dadurch werden die Pupillen weit gestellt, da so eine Sonnenbrille abdunkelt. Leider schirmt sie nicht die schädlichen Lichtstrahlen ab. Diese haben es dann umso leichter, durch die vorgeweiteten Pupillen einzudringen und die Netzhaut unwiederbringlich zu schädigen. Die Schutzbrille ist für Eingasbrenner eine AV 2000 ACE Filter- und Schutzbrille. Sie schützt auch vor umher fliegenden Glassplittern und bewirkt einen besseren Blick auf die Perle. Die Anschaffung ist ab ca. 75€ einer der größeren Kostenfaktoren beim Start mit der Perlenherstellung, ist aber sehr sinnvoll.

7.    FEUERFESTE UNTERLAGE

Das kann auch ein altes Backblech sein. Es geht nur darum, nicht seine halbe Wohnung abzufackeln und Brandflecken auf dem Tisch zu vermeiden.

8.     WERKZEUG

Da man am Anfang von den ganzen Anschaffungen erstmal ziemlich finanziell geschlaucht ist, kann man sich vorerst mit Werkzeug zufrieden geben, das sich im Haushalt finden lässt.:
– Eine Pinzette zum Verformen des heißen Glases.
– Ein Becher Wasser zum Abkühlen, damit die Pinzette nicht irgendwann am Glas hängen bleibt.
– Ein in Form geschnitzter Bleistift, denn an Graphit haftet Glas schwerer als an Metall und ist daher gut für Verziehungen von 2 Glasfarben ineinander geeignet.
-ein altes Messer zum walzenförmigen Ausrollen der Perle oder ein Graphitspatel.

DAS DREHEN EINER PERLE

Wenn man nun den alles zusammen hat, kann man endlich anfangen. Fenster auf! Brenner an! Los geht’s!

Der Dorn mit (vorher oder währenddessen) angetrocknetem Trennmittel in die Flamme gehalten, um ihn zu Erhitzen. Dabei wird er ab und zu gedreht, um ihn überall gleich zu erhitzen.
Gleichzeitig wird der Glasstab in der weiter entfernten Flamme vorgewärmt und langsam zu der stärker blau leuchtenden näher gelegenen Flamme  geführt. Wenn das Ende des Stabes zu glühen anfängt und sich leicht verformt, kann es vorsichtig auf den schon vorerhitzten Dorn aufgewickelt werden.
Falls das Glas noch nicht haften sollte, ist entweder der Dorn oder das Glas noch zu kühl. In beiden Fällen einfach noch ein bischen in der Flamme erhitzen und erneut versuchen.
Haftet das Glas am Dorn, wird der Dorn langsam gedreht. Das Glas bleibt dabei weiter in der Flamme und müsste sich leicht um den Dorn wickeln lassen – ähnlich  wie Honig um einen Löffel.
Das macht man so lange, bis man die gewünschte Größe der zukünftigen Perle erreicht. Durch leichten Zug am Glasstab wird dieser immer dünner und man kann ihn von dem Perlenrohling entfernen. Am besten legt man den noch heißen Stab zum Abkühlen auf eine feuerfeste Unterlage und so weit weg, dass man sich später nicht aus Versehen daran die Finger verbrennen kann.
Nun ist ein gleichmäßiges Drehen der Perle nötig, um sie in die richtige Form zu bringen.
Als Merkregel gilt: Das Glas folgt der Schwerkraft und der Flamme. Also kann man einfach unrunde Stellen mit der Flamme von unten bearbeiten und das Glas wird dorthin wandern.
Natürlich kann man die Perle auch noch verzieren. Dazu kann man zum Beispiel kleine Punkte aus anderem farbigen Glas aufsetzen oder Linien ziehen. Diese kann man später auch noch mit der Bleistift oder, wenn man hat, einem Verziehhaken verziehen. Auch das Formen mit einem Messer oder einer Pinzette ist möglich. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Bilderstory Step by Step

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Anwärmen

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Anfangen zu wickeln

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Eine Perle entsteht

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Weiter wickeln für dickere Perlen

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Walzenförmig ausrollen

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Plattgewalzt

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Pünktchen in einer anderen Glasfarbe auftupfen

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und glattschmelzen

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Bleistift nehmen

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Grübchen reinpiksen

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Noch eine Schicht durchsichtiges Glas als Überfang auftragen (dadurch werden aus den Grübchen Lufteinschlüsse)

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Schön mittig

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Rund schmelzen

fertig

Fertige Perlen

Krapp

Man nehme:

10 Liter Wasser
500g getrocknete Krappwurzel
200g Alaun

Ich hatte vier locker abgebundene Wollstränge, ein Tuch Seide und einen kleinen Rest Leinenstoff – einfach um mal zu schauen, wie das Ergebnis bei so unterschiedlichen Materialien wird. Zwei Wollstränge ließ ich ungebeizt, die anderen beiden schwammen mit den restlichen Textilien eine Stunde in der Beize.

Nach dem Umschütten des Topfinhalts zum Abkühlen in eine Wanne, wurde der Färbetopf für die Färbung hochgeheizt und die beiden ungebeizten Wollstränge von Anfang an hineingelegt. Bei Wolle muß man immer drauf achten, daß sie keine starken Temperaturwechsel mitmacht, sonst filzt sie sofort.

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In der Beize

Nachdem Wanne und Topf etwa die gleiche Temperatur hatten, wurden Leinen, Seide und die beiden gebeizten Wollstränge in den Färbetopf umgelagert und das Färbemittel hineingehängt. Ich hatte alles in einem Beutel aus feinem Gardinenstoff. So kriegt man alles nachher unkompliziert sauber.

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Das Ganze kochte wieder etwa eine Stunde, wobei ich die Seide nach 30 Minuten herausnahm und zum Schluß noch einmal 10-15 Minuten in den Topf gab, als er auf 80 Grad runtergekühlt hatte.

Das Färbegut wurde nach dem Abkühlen zum Trocknen im Freien an einen schattigen Platz gehangen und am nächsten Tag mit Essigwasser fixiert.

Wie man sieht, nimmt die vorgebeizte Wolle (rechts im Bild) eine sattere Farbe an, die ungebeizte wurde ein orangerot. Die Seide erhielt ebenfalls einen wunderschönen Orangeton. Das Leinen nahm erwartungsgemäß nur schwer Farbe an und wurde eher rosa.

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ungebeizt (links) und vorgebeizt (rechts) im Vergleich
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Seide
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Leinen

Ribe (DK)

Frei nach dem Motto „ich binne nicht todt“ hier mal wieder ein Update in der Galerie von mir (Ive).

Dieses Jahr haben wir zum erstem Mal Ribe in Dänemark besucht und waren vollauf begeistert. Es handelt sich um ein großes, schön gestaltetes Gelände mit einem Bachlauf und einem kleinen See, an dem gerade ein Hafenanleger gebaut wird. Außerdem gibt es zwei Langhäuser, eine Holzwerkstatt, zwei Schmieden, einen kompletten Bauernhof mit Tieren und ausreichend Platz für Wargames verschiedenster Art. Die waren auch das tägliche Highlight, es wurde nie langweilig. Außerdem gab es täglich eine Greifvogelschau, eine Thingversammlung und einmalig die Feuerbestattung des Jarls auf dem kleinen See. Für die Darsteller gab es eine Küche mit Abwaschmöglichkeit und Kühlschränken sowie Duschen in ausreichender Anzahl. Insgesamt war das Ganze sehr gut organisiert und geplant, das Miteinander war freundlich und locker. Die Feier im Langhaus am Ende wurde durch gemeinsames Essen, Singen und Ehrung derer, die sich besonders ausgezeichnet hatten, unvergesslich. Fazit- diese Veranstaltung wird fest eingetragen- wir kommen wieder und sagen DANKE für 2015!

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Haukis and friends in Jork

Jork im alten Land bietet einen reinen Wikingermarkt, der in Deutschland wohl seinesgleichen sucht. Und wir waren dabei! Mit 22 Leuten im Lager konnten wir auch eine eindrucksvolle Line in der Schlacht stellen! Mit Vlad und Mark haben auch mal eben zwei von uns die Circle für sich entschieden und sich feiern lassen! Seht selbst!

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