Archiv der Kategorie: Über uns

Inke

Nach einer 8 Uhr Vorlesung an einem kalten Freitagmorgen im November erzählte mir Alina von einem „total interessanten Sportangebot“, bei dem sie am Vorabend war. Sofort war klar, dass ich beim nächsten Training unbedingt dabei sein musste, denn: „Es gibt eine echte Möglichkeit, Schildmaid zu werden?“ — Oh man, war ich naiv…

Aber die Erkenntnis, dass ich bei Haukstaldir wohl kaum Vikings-Zustände finden werde, kam schnell und tat meiner Motivation keinen Abbruch. Im Gegenteil. Neben dem Kämpfen habe ich 2015 daher auch das Brettchenweben als neues Hobby gefunden, Nähen wurde zu einer Selbstverständlichkeit. Und so nahm das Reenactment seinen Lauf.

Ich fuhr erst auf kleine, dann auf große Veranstaltungen und fühlte mich wohl. Dabei habe ich aber nie mit dem Gedanken gespielt, ein Haukstaldir-Mitglied zu werden. Gruppenidentität war und ist eigentlich nicht mein Ding. Doch nachdem Außenstehende und sogar Haukstaldir-Mitglieder geflissentlich die fehlenden Männchen auf meinem Schild übersahen, konnte ich es nicht mehr leugnen: Haukstaldir war, ohne dass ich es bemerkt hatte, zu einem Teil von mir und ich zu einem Teil von Haukstaldir geworden. Während der Fighterweek in Ribe 2018 wurde es dann offiziell und ich das neuste Haukstaltier.

Ich kämpfe nicht als Sport, sondern als Spiel. Einzelkämpfen kann ich daher nicht viel abgewinnen. Kleingruppen oder Linien sind eher mein Ding. Dort kämpfe ich mit Zweihandspeer oder meiner wahren Liebe: Schild und Axt.

Oli

Alles fing an, als der Umzug von München nach Göttingen anstand. Da ich schon ein paar Jahre als Reenactor in Süddeutschland unterwegs war und aktives Mitglied des Vereins Ubo’s Soeldner e.V. war und bin, wollte ich natürlich Leute finden, die das Hobby in der „neuen“ Heimat teilen. Dementsprechend war mit eines der ersten Dinge die ich recherchierte, ob eine aktive Reenactement-Gruppe im Raum Göttingen ansässig ist. Primär war‘s mir erst mal egal welche Zeit dargestellt und welcher Stil gekämpft wird. Punkt eins war eine Trainingsgruppe zu finden, bei der ich mittrainieren und von der ich vielleicht auch etwas lernen kann (und oh ja das habe ich). Der zweite Punkt hat sich glücklicherweise so ergeben, dass es sich auch um „Wikinger“ 😉 handelt.
Das erste Training war dann doch etwas ungewohnt… Vorerfahrungen in Codex Belli und Huskarl konnte ich zwar vorweisen, doch war mir der Western Style aktiv nicht bekannt. Beim ersten Training hatte ich auch erstmal die komplette Rüstung dabei, die dann sehr schnell abgelegt wurde. Seltsam keinen Helm ect. zu tragen, wenn man es nur so kennt. Heute muss ich sagen, mit den richtigen Leuten kann man so was machen.
Kurzer Zeitsprung: Aus Trainingspartnern wurden Freunde und man fuhr auf manche Veranstaltung. Vor allem die dänischen Märkte haben mich sehr beeindruckt. Einerseits der reine Fokus auf frühmittelalterlicher Darstellung und das Ambiente, andererseits wegen der kämpferischen Expertise und Sicherheit. Auf Lager bot sich ebenfalls Zeit für ein gegenseitiges Kennenlernen mit den „Exil“ Göttingern. So wuchs die Verbindung und die Freundschaften zu den Haukstaldir. Als für mich jetzt feststand, dass ich noch etwas in Göttingen bleibe, musste dann doch über eine „engere Verbindung“ nachgedacht werden. So ist aus dem ersten Ziel eine Gruppe zu finden bei der ich mittrainieren und auf Veranstaltungen fahren kann, eine Gruppe von Freunden geworden, als deren Mitglied ich mich bezeichnen darf.

Was andere über mich sagen:

Roman und Ive: „Unser Bling- Bling- Wikinger!“

Thomas

Ich bin vor ca 1,5 Jahren über das Bogenschießen zum Reenactment gekommen und schätze am Kämpfen besonders den sportlich hohen Aktivitätsgrad.
Die ersten Ausrüstungsgegenstände habe ich selber geschneidert, geklebt, gefeilt und natürlich viel gekauft, weil man nicht alles gleich selber machen kann oder will.
Aktuell liegt meine Leidenschaft in der Herstellung von Messern, wobei ich die Klingen kaufe und dann die Griffmontage übernehme inkl. Materialauswahl von Holz (Eiche, Zwetschge oder Olive – angeblich nicht A, aber unglaublich hübsch!!!) über Horn bis Geweih und dazu dann noch eine schöne Messerscheide aus Leder mit Messingbeschlägen herstelle.
In der Regel mache ich erst mal einen Prototypen für meine Kinder bevor ich dann was für mich baue.
Meine Darstellung ist ein gotländischer Handwerker Ende 10. Jhd. n.Chr. weil mir die gotländischen Tierdarstellungen und Verzierungen so gut gefallen.

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Tobias „Hobbit“

Die Sache mit dem Kämpfen, hat bei mir, wie bei wahrscheinlich so vielen Jungen, mit ungefähr 10 angefangen als ich mit ein paar Freunden anfing mich im Wald mit Stöcken zu prügeln… Irgendwann, als ich so etwa 14 war fingen wir bei den Pfadfindern an, uns Jugger-Pompfen zu bauen und uns mit ein bisschen mehr System bzw. sogar Regeln gegenseitig zu verdreschen. Wobei diese Phase eigentlich nur am Rande erwähnt werden sollte…

Dann fing ich mit ca. 16 an mich musikalisch, weg vom Punk mehr in Richtung Viking- oder Pagan Metal zu bewegen und mich grundlegend mit der Thematik zu beschäftigen. Geschichtliches Interesse hatte ich eh immer schon, zwar nur auf die Schule beschränkt, aber wieso sich nicht auch mal in der Freizeit ein bisschen weiterbilden?!

Auch ungefähr in dieser Zeit versuchte ich dann mit einem Freund zusammen eine Schwertkampfgruppe hier in Göttingen zu finden, was sich allerdings als recht schwierig heraus stellte. Zwar war ich damals 1-2 mal bei einem japanischen Schwertkampfkurs, jedoch konnte ich mich als pubertierender Anarcho nicht so recht mit der ganzen Disziplin und den Trockenübungen anfreunden. Darauf folgten erst einmal 2 Jahre in denen ich mich nicht weiter mit der Sache beschäftigte.

Anfang Januar 2014 rief mich eines Tages Paul an und erzählte mir von ’nem Haufen Verrückter, die sich hier in Göttingen einmal die Woche mit Stahlwaffen hauen und fragte mich, ob ich da nicht mit machen wollte. JA! Das war genau das, was ich immer gesucht hatte und dann auch noch Wikinger! Also den nächsten Donnerstag direkt mit hin und seitdem auch nicht wieder weg. Nach etwa 10 Monaten regelmäßigem Training dann der erste Markt: Die HIGK. Die 2 Wochen vorher noch schnell mit Mamas Hilfe eine Klamotte zurecht geschustert und los. Einmal dort angekommen, war es dann für mich glasklar, Reenactment ist eine verdammt coole Sache!

Und jetzt, knappe 2 Jahre später, kam dann relativ überraschend (eigentlich nicht), auf dem Heerbann, die offizielle Aufnahme zu den Haukstaldir. Ich freue mich dabei sein zu dürfen!

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Marie

Ich war schon immer mittelalterbegeistert und mein erster Berufswunsch war tatsächlich Ritter. Mit 15 habe ich mit LARP angefangen und da auch einen Rittercharakter gespielt. Freunde von mir haben dann mit Hochmittelalter-Reenactment angefangen und ich wollte da auch mit machen. So habe ich mir ein Schwert gekauft und war ganz wild aufs Kämpfenlernen. Allerdings musste ich leider feststellen, dass mich die Gruppe aufgrund meines weiblichen Geschlechts nicht kämpfen lassen wollte. Da war ich erstmal sauer! Dann bin ich nach Göttingen gezogen und ein Kumpel hat mich irgendwann auf Haukstaldir hingewiesen. So kam ich zum Training und habe mich sofort super wohl gefühlt bei den Leuten und mit dem Hobby. Außerdem habe ich gemerkt, dass Wikinger viel cooler als Ritter sind :P. 2015 war ich dann zum ersten Mal in Moesgaard und Ribe und spätestens da war ich so schwer verliebt, dass ich mir für die nächsten Jahre nichts Schöneres vorstellen kann als so viel zu Kämpfen, zu Handwerken und Zeit mit diesen tollen Leuten zu verbringen wie möglich!

Ribe 2019

Was andere über mich sagen

Chrissi: Eine frohe Kämpfernatur, die im Lager immer gute Stimmung verbreitet.

Tobias „Toto“

Als ich noch klein war (ja, ich war auch mal klein), haben meine Freunde und ich sehr oft Wikinger bzw. Ritter gespielt und uns bei der Gelegenheit auch mit Stöckern geprügelt. Schilde, Rüstungen und Helme hatten wir uns aus allen möglichen Sachen zusammen geschustert.

Als die jungen Jahre vorbei waren, ist das Interesse geblieben und man hat den einen oder anderen Mittelaltermarkt besucht, bis ich mir dann mit ca. 17 Jahren ein Schwert gekauft habe (allerdings nur, weil ich eins haben wollte und nicht weil ich ans Kämpfen gedacht hatte). Ein paar Jahre später sah ich mal wieder auf einem Markt kämpfende Leute und dachte mir, dass das ja ganz schön geil ist und ich das auch gerne machen würde.

Dann kam ich irgendwann mal auf die Idee, bei StudiVz nach so einer Truppe zu suchen. Martin hat meine Frage entdeckt und mir verraten, dass es in Göttingen so eine Gruppe gibt. Schließlich war ich das erste Mal beim Training …

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Was andere über mich sagen
Martin: Wer einen Toto hat, spart die Leiter.

Nadine

Ich war schon eine Weile bei der Trainingsgruppe und habe mich dort grün und blau hauen lassen, bis ich beschloss auch mit auf Märkte zu gehen und dort das selbe zu tun und nebenbei auch noch schick auszusehen.
Über die Jahre habe ich mit der Glasperlenherstellung begonnen und mich in verschiedenen anderen Handwerken versucht wie zum Beispiel dem Zinn und Bronzeguss und der Arbeit mit Draht.
Was meine Darstellung angeht ordne ich mich ums Jahr 950 ein, da es mir der Borre-Stil angetan hat.
Auf dem Schlachtfeld ziehe ich einfache Männerkleidung an, weil es einfach praktischer ist.
Mittlerweile wohne ich nicht mehr in Göttingen, bleibe aber Haukstaldir treu.

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Was andere über mich sagen
Alle: „Hey Ivonne … ähm ne das Andere!“
(- weil ja Ivonne und Nadine sich sooo ähnlich sehen -)
Christoph: „Rede nicht. – Kämpf!“
Manchmal wird Nadine auch „Spaghettiärmchen“ genannt.

Tobias

Ich komme aus der Nähe von Burg Herzberg und wie das als Kind so ist, fährt man dann mal auf die Ritterspiele im Sommer und findet das ganz toll und will unbedingt „Ritter“ sein … dann irgendwann bekommt man plötzlich Interesse an Geschichte. Schon ist man einer von diesen Leuten, die versuchen irgendwie mittelalterlich auszusehen.

Durch Schulfreunde und Folk bzw. Viking Metal und diverse anderer Einflüsse entstand dann Neugierde an den Wikingern und so kam es, dass ich einen Wikinger darstellen wollte. Dann hab ich angefangen mich mal hier mal da etwas einzulesen und irgendwann 2005 nähte ich dann meine erste Tunika. Anschließend ging es dann auf mein erstes Lager; das müsste Ronneburg 2005 gewesen sein. Zuhause war leider keine Wikingersippe ansässig, so dass dann lange Zeit nichts lief außer in Klamotte auf Märkten als Tourist unterwegs zu sein.
Zuhause hab ich im Laufe der Zeit viele Spielkameraden gefunden, denen das Dengeln auch Spass machte und 2008 ging es nach Göttingen zwecks Studium. Dann endlich Mai 2009 nachdem ich frustiert war, dass ich schon zu lang nicht mehr fechten war, bin ich auf die Idee gekommen mal zu suchen, ob es in Göttingen Reenactment-Fechter gibt. Dabei bin ich dann auf die Haukstaldir gestoßen und das war genau das, was ich gesucht hatte. Zum Glück waren die auch alle nett und dann kommt eins zum andren und man fängt richtig mit Reenactment an. So war ich dann beim Sommerlager 2009 auf dem Herzberg das erste Mal mit dabei.

Mittlerweile bin ich soweit, dass ich mich auf ca. 920 n.Chr. festgelegt habe und Richtung nördlichstes Jütland oder Birka gehen will

tobi

Was andere über mich sagen

Martin: Hier sehen sie, dass unsere Nachwuchsförderung bestens funktioniert.
Roman: Jetzt noch ein ordentliches Schwert und er macht alle platt.

Mark

Es war einmal ein kleiner, mittelaltermäßig nicht vorbelasteter Mark im Alter von ca. 15, der im Sommer zu Hause im Garten saß und beim Nachdenken plötzlich über die Idee stolperte, dass Schwertkampf ja auch mal eine spannende Alternative zum Judo wäre: ein schöner Kampfsport mit einer Mischung aus Kraft und Präzision.

Da ich aber auf dem Dorf lebte und auch keine Kontakte zu jemandem aus der Szene hatte, war keine Chance zu sehen, diese Idee in irgendeiner Weise umzusetzen. Doch ein kleiner Nachhall blieb in meinem Kopf vorhanden…
Um die Abiturszeit herum entdeckte ich dann das Larp, allerdings sagte mir der Kampf hierbei nicht wirklich zu. Es war mir dann doch alles ZU stark gebremst und zu schwer, an seine eigene Leistungsgrenze zu gehen. („Das würdest du mit einem echten Schwert auch nicht können!“)
Beim Larp-Stammtisch in meiner Studienheimat Göttingen lernte ich dann die ersten Haukstaldir kennen und nachdem ich in meinen Abendplanungen dann endlich mal Platz geschaufelt hatte, konnte ich das Training ausprobieren.
Es war glücklicherweise exakt die Mischung aus Sicherheit und Sport, die ich mir gewünscht habe, also bin ich geblieben.

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